Programm

Do 19. November

Wunschgast

Gymnasium Bäumlihof

Schulinterne Veranstaltung.

Thorsten Glotzmann am Gymnasium Bäumlihof

Eine Philo­sophie-Klasse des Gymnasiums Bäumlihof wünscht einen Gast, wir laden ihn ein – die Moderation aber übernehmen die Schülerinnen und Schüler selbst. Wie gelingt ein gutes Leben mit der Angst? So lautet die zentrale Frage des Nachmittags an den Autor des Buches «Herr G. hat Angst».

Das Thema «Angst» betrifft die Jugendlichen und jungen Erwachsenen direkt. In dieser Generation haben Zukunftsängste aber auch Angst­störungen in den letzten Jahren markant zugenommen, negativ beeinflusst von der Covid-19-Pandemie und einem hohen Medienkonsum. Insbesondere die psychische Gesundheit junger Frauen ist betroffen, aber nicht nur.

«Die Angst hat mein Leben derart bestimmt, dass ich keine andere Wahl hatte, als mich mit ihr zu beschäftigen», sagt Autor und Filmemacher Thorsten Glotzmann. In seinem Buch «Herr G. hat Angst» stellt er sich sowohl seinen persönlichen Versagens- und Verlustängsten als auch seiner diffusen Angst angesichts von Klimakrise, Krieg und Katastrophen.

Dafür hat Glotzmann die Philo­sophiegeschichte nach Rezepten durchforstet und die unter­schiedlichsten Therapien ausprobiert. Unter anderem hat er gelernt, seine Ängste nicht zu bekämpfen, sondern als Wegweiser zu verstehen und: Er hat sich mit seinem inneren Kritiker angefreundet.

Wie ihm das gelungen ist, erfragen Schülerinnen und Schülern im Foyer des Gymnasiums Bäumlihof im Gespräch mit dem Autor. Im Publikum sitzen andere Schulklassen.

Lesezirkel

Rössli Buchhandlung
19.30 Uhr 

Eintritt: CHF 15
Anmeldung an  oder in der Buchhandlung.

Zeiten erhöhter Gefahr

Julia von Lucadous neuer Roman «Zeiten erhöhter Gefahr» (2026) dreht sich um eine von Krisen geprägte Gegenwart und die gefährliche Macht der Verdrängung. Im Lesezirkel der Rösslibuchhandlung wird die Neuerscheinung in lockerer Runde besprochen, moderiert von Germanist Roland Lötscher und Buchhändlerin Sarah-Mee Filep.

«Nichts überlässt Jot, Mitte fünfzig, dem Zufall. Seine ganze Existenz ist auf Planung und Kontrolle ausgerichtet. – Bei einer Firma, die Bunker an Superreiche verkauft, hat er den idealen Job gefunden und natürlich auch privat für den Notfall vorgesorgt. Doch dann stößt er bei seiner Laufroutine auf einen Toten, und sein sorgfältig konstruiertes Absicherungssystem  beginnt zu bröckeln. Ein hochaktueller Roman über Ängste und Verunsicherung in unserer krisengeschüttelten Gegenwart sowie  die Macht verdrängter Gefühle» (Hanser Literaturverlag).

Julia von Lucadou, geboren 1982 in Heidelberg, lebt in Lausanne, New York und Köln. Sie ist promovierte Filmwissenschaftlerin und studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Ihr dystopischer Roman «Die Hochhausspringerin» (2018) wurde mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. «Zeiten erhöhter Gefahr» ist ihr dritter Roman.

Das Buch sollte vor der Veranstaltung gelesen sein und kann in der Rösslibuchhandlung gekauft werden.

Moderation: Roland Lötscher und Sarah-Mee Filep
Bezahlung vor Ort, maximal 15 Teilnehmende.

Moderation
Roland Lötscher

Fr 20. November

Vis-à-vis

Dorfkirche Riehen
20 Uhr

Türöffnung eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Eintritt kostenlos.

Sich die Angst zum Freund machen

«Ein angstfreies Leben wäre ein gleichgültiges Leben» sagt Psychiater und Philo­soph Thomas Fuchs. Ein Gespräch über das verborgene Potenzial der Angst in einer Gesellschaft, die sich vor allem vor dem Werteverlust des eigenen Selbst fürchtet. Mit Olivia Röllin, Moderatorin «Sternstunde Philo­sophie».

Angst ist ein mächtiges, tief verwurzeltes Gefühl und so alt wie die Menschheit. Die Angst ist ein Frühwarnsystem, das unsere Sinne in Alarmbereitschaft versetzt, um einer Gefahr für Leib und Leben zu entgehen. Heute ängstigen wir uns vielmehr vor Statusverlust, Beschämung oder Liebesentzug.  Für Psychiater und Philo­soph Thomas Fuchs ist Angst nicht nur eine Reaktion auf eine reale oder eingebildete Bedrohung, sondern eine grundlegende Erfahrung des menschlichen Lebens, die wir produktiv nutzen sollen. Dies kann gelingen, in dem wir mehr in uns selbst sind.

Das Gespräch mit Thomas Fuchs und Olivia Röllin findet in der stimmungsvollen Dorfkirche statt, wird aufgezeichnet und in Gebärdensprache gedolmetscht.

Sa. 21. November

Workshop

Atelier für Pilates, Baselstrasse 57
9.00 - 13.00 Uhr

Eintritt: CHF 45
Anmeldung an oder 061 641 56 65.

Atmen gegen die Angst

Im halbtätigen Workshop mit der Atemtherapeutin Irmgard Haupt dreht sich alles um die Kunst des guten Atmens. Es werden verschiedene Techniken gezeigt, die Angstgefühle reduzieren und mehr Gelassenheit in den Alltag bringen.

Atem und Körpergefühl sind untrennbar miteinander verbunden: Wenn wir Angst haben oder gestresst sind, wird unsere Atmung oft flach und schnell. Wenn wir uns erschrecken, halten wir die Luft an. Umgekehrt hat ein ruhiger, tiefer Atem eine beruhigende Wirkung auf unser Nervensystem, der Körper entspannt sich.

Entsprechend helfen Atemübungen aber auch Sprech- und Bewegungsübungen, sich in Angstsituationen selbst beruhigen zu können. Solche Übungen werden im vierstündigen Workshop mit der diplomierten und erfahrenen Atemtherapeutin Irmgard Haupt gezeigt, achtsam angeleitet und geübt – mit dem Ziel, danach mit mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag zu stehen.

Mit Irmgard Haupt, Diplomierte Atemtherapeutin
Bezahlung vor Ort, maximal 15 Teilnehmende.

Moderatorin
Irmgard Haupt

Podium

Reithalle Wenkenhof
20 Uhr

Türöffnung eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Eintritt kostenlos.
Apéro im Anschluss.

Wie viel Angst erträgt die Gesellschaft?

Angst vor Kriegen, Klimawandel, sozialem Abstieg, KI, Migration und, und, und … Die Angst in vielerlei Gestalt hat uns fest im Griff. Mit ihr schwindet der Glaube an die Zukunft: Wie kommen wir da wieder raus? Ein Gespräch über Ohnmacht, Manipulation und Zuversicht mit Karin Frei und prominenten Gästen aus Wirtschaft, Soziologie, Psycho­logie und Medien.

Die permanente mediale Präsenz von Krisen und Katastrophen führt dazu, dass immer mehr Menschen sich vor schlechten Nachrichten schützen. Sie sind «News-Deprivierte». Gleichzeitig nehmen Angst­störungen massiv zu. So der so: ein Gefühl der Ohnmacht macht sich bei vielen breit. Sowie Wut gegen «die da oben». Ist der Krisenmodus berechtigt? Und wenn ja, wie bleiben wir als Gesellschaft resilient und handlungsfähig? 

Der deutsche Sozialpsycho­loge und Bestsellerautor Harald Welzer sagt, dass in den westeuropäischen Ländern der Glaube an die gute, fortschrittliche Zukunft erschüttert ist. Er plädiert in seinem aktuellen Buch «Haus der Gefühle» deshalb für sogenannte «gute Orte», die uns im Hier und Jetzt glücklich und damit handlungsfähig machen. Elisabeth Raffauf, Psycho­login, Erziehungsexpertin und Autorin, weiss, wie die Weltlage und die Zukunftsangst von Kindern und Jugendlichen zusammenhängen. Sie sagt: «Die Bilderflut ist heute gewaltig. Kinder fragen sich, wie könnte mich z.B. der Krieg oder die Klimakrise direkt betreffen?» Nahostexpertin und Journalistin Monika Bolliger berichtet aus Krisengebieten und muss entscheiden, wie sie «schlechte Nachrichten» vermittelt. Gleichzeitig beobachtet sie, wie Angst politisch instrumentalisiert wird und wie Medien durch Negativschlagzeilen auf Clicks und Reichweite zielen. Ökonom und Autor Mathias Binswanger hat vielfach beschrieben, warum wachsender Wohlstand kein beruhigendes Zukunftsversprechen mehr ist, und empfiehlt andere Wege zu mehr Wohlbefinden.

Ängste können zu Lähmung, Rückzug oder gar zu antidemokratischen Haltungen führen aber auch zur treibenden Kraft für Veränderung werden. Moderatorin Karin Frei spricht mit ihren Gästen darüber, wie wir einen Weg finden zwischen berechtigter Sorge, alarmistischer Angstkultur und gelassener Widerstandskraft – und wie wir den Glauben an eine positive Zukunft bewahren.

Die Veranstaltung wird auf Video aufgezeichnet.

So 22. November

Podcast

Villa Wenkenhof
17 Uhr

Eintritt kostenlos.
Apéro im Anschluss.

«Laut + Leis» mit Benediktiner und Propst Martin Werlen

Der Ethik- und Religionspodcast «Laut + Leis» ist zu Gast an den Wenkenhof­gesprächen. Host und Kulturjournalistin Sandra Leis spricht live mit Martin Werlen, Benediktiner und langjähriger Abt des Klosters Einsiedeln, über Angst, Glaube und den Mut, das Leben anzupacken.

«Ich bin ein Reformierter» sagt Martin Werlen, heute Propst der Abtei St. Gerold in Vorarlberg, auch mal leicht provokativ. Mit seinen pointierten Aussagen zur Zukunft der katholischen Kirche, als Autor und Socialmedia-Influencer ist der langjährige Abt des Klosters Einsiedeln (2001-2013) über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Im Gespräch mit Sandra Leis spricht der Benediktiner über seine Sicht auf den Glauben in einer krisengeschüttelten Welt und über seine persönlichen Strategien, das Leben mutig anzugehen – wie er sie auch in seinem Buch «Baustellen der Hoffnung. Eine Ermutigung, das Leben anzupacken» (2024) beschrieben hat.

«Laut + Leis», der Podcast von kath.ch, behandelt relevante und aktuelle Themen rund um Religion, Ethik und Gesellschaft. Ob im Gespräch mit einem spannenden Gast oder in der klugen Debatte: Sandra Leis lädt Menschen ein, die sich mit der Welt auseinandersetzen, über den eigenen Tellerrand hinausschauen und etwas zu sagen haben. Zu hören sind laute und leise Töne, Gedanken und Argumente, die inspirieren und unterhalten.

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